Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s einen,

wie ein altes Sprichwort sagt, und ich habe es mir wahrlich nicht leicht gemacht mit der Entscheidung, wie es mit dem familiären Schichtbetrieb*, dem eingeschränkten Betrieb im Liebstöckel, meiner vereinsamten Tochter, dem verlorenen Schuljahr und all dem weitergehen soll.

*(Frau 5 Tage ab halb acht außer Haus, Mann macht zu Hause homeschooling, Mittagessen, Spielen, Haushalt. Um fünf Schichtwechsel, Mann arbeitet bis Mitternacht, Frau übernimmt Kinderbetreuung, Abendessen, Kindinsbettbringen, dann Büroarbeiten bis zehn.) 

Zwei Vollzeit arbeitende Eltern, das sei allen gesagt, die es noch nicht wissen, können keine (Grund)-schule mit Ganztagsbetreuung, Vereinssport und Verabredungen mit Freunden ersetzen. Wir haben es versucht, ehrlich, es geht nicht.

Dass die Grundschulen jetzt wieder in den Regelbetrieb gehen, klingt allerdings genauso gut gemeint wie „die Schulen öffnen wieder“. Wir lassen uns da nichts vormachen: Es ist von zwei Wochen und auch nicht von Ganztagsbetreuung die Rede. Von der absolut notwendigen Betreuung in den langen Sommerferien schon gar nicht.

Was also sollte ich tun?

  • Weniger arbeiten, Öffnungszeiten beschränken? Dann verdiene ich nur die laufenden Kosten, aber Ihr habt was davon, das ist ja auch wichtig. Aber es bleibt trotzdem der Stress, dass die Zeit nicht reicht, denn eigentlich bin ich tatsächlich auf die Ganztagsbetreuung angewiesen.
  • Liebstöckel schließen, bis die Schule mit Betreuung wieder anfängt und meiner Tochter in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehen? Dann verdiene ich überhaupt nichts und habe noch die Kosten obendrauf und Ihr habt auch nichts davon.
  • Nicht infrage kommt: Kind in den Schrank stellen, bis alles vorbei ist.

Ich hoffe sehr, dass Ihr mich mit dieser schwierigen Entscheidung versteht und es mir nicht nachtragt:

Bis zum Ende der Sommerferien wird das Liebstöckel geschlossen sein.

Es ist ein echtes Dilemma und unmöglich, einen Kompromiss zu finden, der wirklich alle zufrieden macht. Aber ich liebe mein Kind mehr als meine Arbeit und dieses Kind braucht mich jetzt.

Am Mittwoch, den 12. August geht es wieder los, in der Zwischenzeit gibt es einmal die Woche ein schickes Rezept an dieser Stelle und wahrscheinlich werde ich mir einen Kommentar zur Lage auch nicht verkneifen können ;-).

 

 

 

2 Gedanken zu „Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s einen,“

  1. Liebe Liebstöckelin, gerade wollte ich mal gucken, was es Neues gibt in der nächsten Woche. Nun lese ich mit Bedauern, aber auch viel VERSTÄNNIS für Ihre Lage, dass es die nächsten Wochen keine leckeren Speisen gibt. Auf die Rezepte freue ich mich, denn mit meinen Kochkünsten ist es nicht weit her. Also :Kopf hoch! Freuen wir uns auf die Zeit nach den Sommerferien.
    Herzliche Grüße Gabi Schulz

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    1. Liebe Frau Schulz, was täte ich ohne Ihre liebenswürdige Unterstützung! Daß Menschen mir in dieser schwierigen Zeit den Rücken stärken, ist so wichtig und ich freue mich sehr darauf, dass es im Liebstöckel nach den Ferien wieder losgehen wird. Bis dahin halten wir durch und tun, was getan werden muß 😉
      Herzliche Grüße, Friederike Schardt

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